Trainer Kürsat Ortancioglu im Interview

"Gefühltes Unentschieden"

 

Trotz des klaren 4:2-Sieges in Stockach war Kürsat Ortancioglu nicht restlos zufrieden mit seinem SC Konstanz-Wollmatingen.

Foto: © Peter Pisa

Zwei Spiele fielen in der Landesliga dem Winter zum Opfer, in Welschingen trennten sich der Hegauer FV und die SG Dettingen-Dingelsdorf torlos und ansonsten dominierten die Gäste. So auch im Spitzenspiel im Stockacher Osterholz, wo der Tabellenführer aus Konstanz schon nach 33 Minuten mit 3:0 in Führung lag. „Ich war davon überzeugt, dass wir gewinnen werden, aber das war dann doch überraschend“, staunte selbst SC-Trainer Kürsat Ortancioglu über die frühe und deutliche Führung seiner Elf im Spitzenspiel. Zwar kam der Tabellenzweite nach der Pause besser ins Spiel, aber spätestens nach der gelb-roten Karte für Julian Schlegel und dem folgenden Treffer zum 4:0 schien alles auf einen deutlichen SC-Sieg hinauszulaufen. „Wir hatten Chancen zum 5:0 und zum 6:0, sind damit aber fahrlässig umgegangen und erhalten dann, sozusagen aus dem Nichts, zwei Gegentreffer“, war Ortancioglu noch einen Tag nach der Begegnung angesäuert und sprach von einem „gefühlten Unentschieden“.

 

Und der Ärger des Trainers hat seinen Grund. Der FC Neustadt bleibt mit seinem 3:1-Sieg in Denkingen als engster Verfolger den Konstanzern hart auf den Fersen und könnte spätestens mit dem Nachholspiel am Ostermontag am SC Konstanz-Wollmatingen vorbeiziehen da die Hochschwarzwälder im Moment das bessere Torverhältnis haben. „So was darf uns nicht passieren, denn wir brauchen ein gutes Torverhältnis“, haderte Ortancioglu daher damit, nach der sicheren Führung vorne nicht weiter nachgesetzt und hinten zu offen agiert zu haben. Denn aus dem Hochschwarzwald wurden klare Signale an den Bodensee geschickt. „Es wäre eine Tiefstapelei, würde ich behaupten, wir wollen nicht ganz oben mitspielen“, machte Neustadts Trainer Klaus Gallmann deutlich und er ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich sage klipp und klar: Ja, wir wollen aufsteigen!“

 

Auf einen reinen Zweikampf – der FC Neustadt empfängt am 23. April den SC Konstanz-Wollmatingen – will es Ortancioglu aber nicht reduzieren: „Der FC 08 Villingen II und Löffingen haben auch gewonnen, haben noch jeweils ein Nachholspiel und sind vorne mit dabei. Es muss sich zeigen, welche Mannschaften in den nächsten Wochen am konstantesten spielen.“

 

Wie gut die Verfolger drauf sind, kann der Tabellenführer demnächst selbst erleben. Nach dem Derby in Dettingen am kommenden Spieltag kommt der Tabellenvierte FC Löffingen nach Konstanz und danach muss die Elf von Ortancioglu zum FC 08 Villingen II. „Ein hartes Programm“, so der SC-Coach, dessen Elf sich aber beim Tabellenzweiten ja auch deutlich durchsetzen konnte, was Zuversicht geben sollte. (Quelle: Südkurier / Jürgen Rössler)