Kooperation: FC St. Gallen

 

Der Nachwuchsfußballer Lars Muffler wechselt vom SC Konstanz-Wollmatingen zum FC St. Gallen.

Lars Muffler (rechts) und Stützpunkttrainer Uwe Walentin. | Bild: Jürgen Rössler

Zum Trainingslager in die Türkei statt zur Fastnacht auf der Gass!

„Ich bin ein ehrgeiziger Spieler und will gewinnen!“, sagt der 16-jährige Lars Muffler selbstbewusst. Und selbstbewusst muss der Allensbacher sein, denn er steht vor einem Wechsel aus der Fußball-Provinz zu einer der besten Nachwuchs-Adressen im Schweizer Fußball, zum FC St. Gallen. Und wer sich als „Dütscher“ beim Ostschweizer Vorzeigeclub durchsetzen will, der braucht genau diese Siegermentalität, auf die die Eidgenossen hoffen, wenn sie einen Nachwuchsspieler vom großen Nachbarn verpflichten.

 

Bei den Bambini und in der F-Jugend kickte Lars Muffler noch beim SV Allensbach, und über den Umweg FC Radolfzell kam er zum SC Konstanz-Wollmatingen. Hier ist er nun der erste Spieler, der in Form eines Wechsels von der Kooperation des SC mit dem FC St. Gallen profitiert. Seit 2014 ist der SC Konstanz-Wollmatingen einer von acht Kooperationspartnern des Traditionsclubs aus der Klosterstadt. Uwe Walentin, in Personalunion Kooperations-Stützpunktleiter und Jugendleiter beim SC, kümmert sich normalerweise um talentierte Nachwuchskicker der Jahrgänge 2004 bis 2006. Drei Spieler dieser Altersklasse nehmen gelegentlich am Training in St. Gallen teil. Das Ausbildungskonzept ist an das des Schweizer Fußballverbandes angelegt, mit Schwerpunkt eher auf Eins-gegen-eins-Situationen als auf Passspiel.

 

Aber natürlich werden auch Talente wie Lars Muffler, der längst zu alt für das Stützpunkttraining ist, im Auge behalten und nach St. Gallen empfohlen. Drei Trainingseinheiten absolvierte Lars in der U 17, dann war Trainer Claudio Calvi überzeugt. Ein Ausbildungsvertrag wurde aufgesetzt und unterschrieben, statt Fasnacht heißt es für Muffler nun Trainingslager in der Türkei, und er wird sehr rasch am eigenen Leib erfahren, was es heißt, wenn im Leitbild steht: „Die bloße Freude am Spiel genügt nicht. Es braucht den Willen und die Bereitschaft zur Topleistung. Die Anforderungen sind hoch, voller Einsatz und Leidenschaft sind gefordert, Freizeit ist spärlich. Wer sich dem Spitzenfußball verschreibt, macht ihn zum Lebensinhalt.“ Vier Trainingseinheiten pro Woche bedeuten für Lars Muffler mit An- und Abreise jeweils mindestens vier Stunden Aufwand, auch wenn der Fahrdienst von den Eltern geleistet wird. Und der Spieltag am Wochenende wird dann wohl komplett dem Fußball gehören.

 

Lars geht in die 9. Klasse der Geschwister-Scholl-Schule und gibt sich bis Ende der 10. Klasse Zeit, um seine Perspektiven auszuloten. „Die nächsten anderthalb Jahre sind entscheidend“, sagt der defensive Mittelfeldspieler. Drei bis fünf Spieler pro Jahrgang sollen es in die Challenge League (zweithöchste Spielklasse der Schweiz) und einer bis zwei sogar auf Super-League-Niveau schaffen. Muffler möchte zu ihnen gehören. Ein erster Schritt ist getan, aber der Weg zum Profi ist weit. In Deutschland etwa bekommen nur rund 20 Prozent der Spieler, die in einer U-Nationalmannschaft spielen, einen Vertrag in einer der drei Profiligen. (Quelle: Südkurier)

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